An unsägliches Leid in Gießen erinnert

"Ich möchte ganz herzlich Dankeschön sagen, dass Sie uns die Hand zur Versöhnung reichen", begrüßte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz die ehemaligen jüdischen Bürger der Stadt und ihre Angehörigen zur 15. Begegnungswoche im Schlosskeller.

Abbildung An unsägliches Leid in Gießen erinnert

Aus Israel, Großbritannien und den USA waren sie angereist. Erstmals allerdings ohne Josef "Jossi" Stern, der dem "Verein ehemaliger Gießener und der Umgebung" in Haifa vorsteht. Der 91-Jährige ließ Grüße und einen Text überbringen.

Ein kleines Tütchen zog Dr. Gabriel Nick aus der Tasche. Andere taten es dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Gießen gleich. Gemeinsam verstreuten sie Erde aus ihren Gärten rund um das Mahnmal für die vertriebenen und ermordeten Juden auf dem Neuen Friedhof. Es ist ein Symbol dafür, dass die Toten ein Zuhause haben.

"Sie sind zurückgekehrt an einen Ort, der zuletzt geprägt war von Antisemitismus, Deportation und Ermordung", erklärte Grabe-Bolz im Rahmen einer Gedenkstunde, bevor das jüdische Totengebet El Male Rachamim gesprochen wurde. "Wir erinnern an dieses unsägliche Leid", so die Oberbürgermeisterin. Ignorieren, Schweigen, Wegschauen dürfe keinen Platz mehr haben.

Den ausführlichen Artikel über den Auftakt der Begegnungswoche finden Sie auf den Seiten der Gießener Allgemeine.

  

(Bildquelle: Giessener-Allgemeine.de)

Zur Übersicht