Gegen das Vergessen

Die Jüdische Gemeinde der Landeshauptstadt Wiesbaden erinnert eindrucksvoll an die Deportation vor 70 Jahren. Viele Geschichten aus der Zeit des NS-Terrors sind bekannt und schocken doch immer wieder von neuem.

Abbildung Gegen das Vergessen

Am 1. September 1942 wurden 370 Juden aus Wiesbaden nach Theresienstadt deportiert. Es war die letzte große Deportation aus der Stadt. Danach war die damalige Jüdische Gemeinde völlig ausgelöscht. Anlässlich des Ereignisses vor 70 Jahren lud die Jüdische Gemeinde Wiesbaden zu einer Gedenkfeier ein, an der auch Überlebende teilnahmen.

Damals ging kurz zuvor ein Aufruf an die noch verbliebenen Juden aus Wiesbaden: Sie hätten sich am 1. September im Hof der Jüdischen Gemeinde in der Friedrichstraße 33 einzufinden, dürften lediglich 50 Reichsmark und einen Koffer mit den Maßen 60x45x12 cm bei sich tragen, warme Kleidung sei zu empfehlen. Auch für Reiseproviant für mehrere Tage und einen Trinkbecher sei zu sorgen. Lang könnte man die Liste mit diesen Aufforderungen fortschreiben.

Entsetzlich ist, mit welcher Perfektion die Reise dieser 370 Juden aus Wiesbaden in den Tod – und aller weiteren, die deportiert wurden – geplant wurde. Eben diesen Aspekt hob Moritz Neumann, Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Hessen, in seiner Rede hervor: „Die deutsche Mordperfektion setzte den Juden ein Ende.“ Er verwies darauf, dass die Weltgeschichte verschiedene Deportationen kenne: „Niemand aber war so perfekt und zielgerichtet wie die Deutschen.“

Den ausführlichen Artikel über die Gedenkfeier der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden finden Sie auf den Seiten der Frankfurter Rundschau sowie des Wiesbadener Tageblatts.

Einen Fernsehbericht des Hessischen Rundfunks finden Sie auf den Seiten des Hessischen Rundfunks.

  

(Bildquelle: FR-Online.de)

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