„Stachel im Fleisch der Kirche“: Edith-Stein-Schule Darmstadt gedenkt ihrer Namensgeberin mit der Jüdischen Gemeinde

Ein bemerkenswerter Brief Edith Steins, den die zum Katholizismus konvertierte Jüdin im April 1933 an Papst Pius XI. geschrieben hatte, stand im Mittelpunkt des Edith-Stein-Tags, den Schüler, Lehrer und Eltern vor den Herbstferien begehen. Daniel Neumann von der Jüdischen Gemeinde hielt eine bewegende Rede.

Abbildung „Stachel im Fleisch der Kirche“: Edith-Stein-Schule Darmstadt gedenkt ihrer Namensgeberin mit der Jüdischen Gemeinde

Jedes Jahr kurz vor den Herbstferien begeht die Edith-Stein-Schule ihren Edith-Stein-Tag. In zeitlicher Nähe zu deren Geburtstag am 12. Oktober (1891-1942) beschäftigen sich Schüler, Lehrer und Eltern mit Leben und Werk der Namensgeberin des katholischen Gymnasiums, die in Auschwitz umgebracht wurde.

In diesem Jahr stand ein Brief im Mittelpunkt, den die zum Katholizismus konvertierte Jüdin vor 80 Jahren an Papst Pius XI. schrieb. Darin prangert Edith Stein, Dozentin am Deutschen Institut für wissenschaftliche Pädagogik in Münster, schon früh den „Vernichtungskampf gegen das jüdische Blut“ an und fordert ihre Kirche auf, die Stimme gegen das Unrecht, auch an Katholiken, zu erheben. Ihr verzweifelter Ruf sollte unbeantwortet bleiben.

Edith Steins Brief, den sie im April 1933 geschrieben hatte, wurde erst 2003 im Vatikanischen Geheimarchiv veröffentlicht. Zehn Jahre später nahm die Edith-Stein-Schule diesen zum Anlass, den Kontakt zur Jüdischen Gemeinde in Darmstadt wieder aufzunehmen. Deren Geschäftsführer Daniel Neumann hielt denn auch vor rund 150 Gästen in der Edith-Stein-Schule eine bewegende Rede zur Bedeutung dieses couragierten Briefs, „ein Stachel im Fleisch der Kirche“.

Den ausführlichen Artikel über das Gedenken am Edith-Stein-Tag in Darmstadt, finden Sie auf den Seiten von Echo-Online oder als PDF in unseremArchiv.

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