Das Gedenken an jüdische Opfer soll zugleich eine Mahnung sein

Am Montag, dem 27. Januar, war es 79 Jahren her, dass Soldaten der Roten Armee die Gefangenen in Auschwitz befreiten. An diesem Datum, dem Holocaust-Gedenktag, erinnern jüdische Gemeinden in aller Welt der deportierten und ermordeten Juden in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern. In Limburg hatten sich bereits am Sonntag rund 90 Bürger auf dem Jüdischen Friedhof am Schafsberg versammelt.

Abbildung Das Gedenken an jüdische Opfer soll zugleich eine Mahnung sein

Auf der Stele mit den eingravierten Namen der aus Limburg stammenden ermordeten Juden loderte ein Feuer. Rabbiner Schimon Groißberg verlas ihre Namen und betete das Kaddisch, das Totengebet. Christa Pullmann, Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Limburg e.V., berichtete von 280 Juden, die zu Beginn der 1930-er Jahre in Limburg lebten, über 70 Menschen jüdischen Glaubens seien deportiert worden. Die 1903 erbaute Synagoge hätten die Nazis bereits 1938 in Brand gesteckt, das verbliebene Gebäude auf Kosten der Juden gänzlich beseitigt.

Die meisten Limburger Opfer seien zwischen 35 und 60 Jahre, der jüngste auf der Stele sei gerade mal zwölf Jahre alt gewesen. Pullmann, die dem Verein seit 22 Jahren vorsteht, kennt wie keine zweite ihre Schicksale. Sie hält Kontakte zu den Nachkommen, von denen bereits mehrere Familienmitglieder aus verschiedenen Ländern zu ihren Wurzeln nach Limburg zurückgekehrt sind und weitere Besuche planen. Sie freut sich, dass sich in Limburg nun wieder eine jüdische Gemeinde gefunden hat.

1989 waren auf Einladung der Stadt Limburg zahlreiche überlebende ehemalige Limburger Juden zu einem Besuch nach Limburg gekommen. Damals wurde die Stele auf dem jüdischen Friedhof eingeweiht. Für viele Teilnehmer war der damalige Empfang durch den Magistrat eine Geste, die sie auch an ihre guten Jahre in ihrer früheren Heimatstadt erinnert haben.

Den ausführlichen Artikel über die Gedenkveranstaltung in Limburg finden Sie auf den Seiten des Lokalanzeigers.

  

(Bildquelle: Der-Lokalanzeiger.de)

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