Monik Mlynarski wird Ehrenbürger Bad Nauheims

Monik Mlynarski, langjähriger Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Bad Nauheim, soll Ehrenbürger der Stadt werden. Das hat das Parlament am Dienstagabend einstimmig beschlossen.

Abbildung Monik Mlynarski wird Ehrenbürger Bad Nauheims

Vor ihm waren nur drei Persönlichkeiten Ehrenbürger Bad Nauheims geworden: Der Balneologe Arthur Weber und der Schöpfer des Kurparks, Heinrich Siesmayer, die beide lange tot sind. Zuletzt wurde Prof. Wolfgang Schaper, langjähriger Direktor des Kerckhoff-Instituts, zum Ehrenbürger ernannt.

Geboren wurde Mlynarski am 21. März 1923 in Modrzejow bei Kattowitz in Polen. Sein Vater Abraham war jüdischer Religionslehrer, er hatte zwei Brüder, Baruch und Samuel, und eine Schwester namens Ruchla. Mlynarski besuchte das Gymnasium und absolvierte eine Lehre in der Textilbranche. Als die deutsche Wehrmacht Polen 1939 überfiel, meldete sich der 16-jährige Mlynarski zu einem angeblich bezahlten, sechswöchigen »Arbeitseinsatz« in Deutschland, für den die jüdische Gemeinde ein Kontingent Männer stellen musste. Er wollte damit seine Mutter Salla unterstützen, da der Vater schon einige Jahre vorher gestorben war.

In Wahrheit war es eine Falle. Der junge Mann kam nacheinander in mehrere Konzentrationslager, wo er schwere Zwangsarbeit verrichten und bis zum Kriegsende um sein Leben kämpfen musste. Weil ihm seine Mutter einen Schlosseranzug geschickt hatte, er deshalb als Schlosser durchging und in der Werkstatt arbeiten durfte, konnte er die Strapazen jedoch überstehen. Er durchstand den Todesmarsch, wurde in Buchenwald vom amerikanischen Militär befreit, halb verhungert und völlig entkräftet.

Den ausführlichen Artikel über die Ehrenbürgerschaft von Monik Mlynarski finden Sie auf den Seiten der Wetterauer Zeitung.

  

(Bildquelle: Wetterauer-Zeitung.de)

Zur Übersicht