Jüdische Gemeinde in Wiesbaden: Mitglieder fühlen sich alles andere als sicher

Die atmosphärischen Auswirkungen des Krieges in Gaza sind auch in der Jüdischen Gemeinde in Wiesbaden zu spüren. Das berichten der Sprecher des Gemeindevorstands Jacob Gutmark und Geschäftsführer Steve Landau.

Abbildung Jüdische Gemeinde in Wiesbaden: Mitglieder fühlen sich alles andere als sicher

Massiertem Antisemitismus seien sie nicht gerade ausgesetzt, Abneigung gegen Juden und den Staat Israel komme aber in Einzelgesprächen zum Ausdruck. Dabei sind „für uns die Bilder genauso irritierend“, die über den Bildschirm flimmern, sagt Gutmark.

Die Mitglieder der Gemeinde – es sind rund 850 – reden viel darüber und fragen gelegentlich den Vorstand nach seiner Meinung. Der stellt überwiegend Zustimmung zu den militärischen Maßnahmen der Regierung Netanjahu gegenüber der Hamas fest. Eine Art Friedensbewegung wie in Israel gebe es innerhalb der Gemeinde nicht. Wiesbaden, sagt Gutmark, ist eine weitgehend unpolitische Stadt. Insofern bleibt man hier intern wie extern vor größeren Wallungen verschont.

„Wir Juden müssen immer schauen, wie unsere Umwelt auf uns reagiert“, sagt Steve Landau, das sei nichts Neues. Seit Jahren schon achtet man in der Gemeinde darauf, dass die Männer ihre Kippa, die traditionelle Kopfbedeckung, wieder abnehmen, bevor sie am Schabbat die Synagoge verlassen. Sich sicher fühlen ist anders.

In den Gesprächen, die Jacob Gutmark führt, stelle sich oft heraus, dass die Gesprächspartner fast gar nichts über Israel wissen, auch diejenigen, die sich oft als Freunde Israels vorstellten.

Und dann fällt ihm auch auf, mit welcher emotionalen Intensität die Leute auf die Kämpfe in Gaza reagieren und ihn mit Vorwürfen konfrontierten. Wenn gleichzeitig in Syrien die Zahl der Opfer um ein Vielfaches größer sei, nehme man das einfach so hin. An Israel nehme man nur das Negative wahr. Landau und Gutmark erkennen darin das Festhalten an einem uralten Feindbild.

Den ausführlichen Artikel über die Situation in Wiesbaden finden Sie auf den Seiten von Main-Spitze.

  

(Bildquelle: Main-Spitze.de)

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