„Wichtiges Zeichen“ gegen jegliche Diskriminierung: am 27. Januar gemeinsames Gedenken anlässlich Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz in Gießen

„Die Erinnerung muss wach gehalten werden, damit etwas Lebendiges für die Zukunft daraus entstehen kann“, betont der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gießen, Dow Aviv.

Abbildung „Wichtiges Zeichen“ gegen jegliche Diskriminierung: am 27. Januar gemeinsames Gedenken anlässlich Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz in Gießen

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Gießen-Wetzlar, Cornelius Mann, und Vorstandsmitglied Christel Buseck hob Aviv die Bedeutung des 70. Gedenktages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar hervor. Aus diesem Anlass soll am kommenden Dienstag um 19.30 Uhr im Netanya-Saal eine Gedenkveranstaltung für alle Opfer des Nationalsozialismus stattfinden.

Vor dem Hintergrund aktueller politischen Strömungen in Europa sei nicht nur die ausführliche Aufklärung der Bevölkerung ein Gebot der Stunde. Vordringlich seien „die aktive Beteiligung und das Erinnern“ der Menschen. Deshalb rufe die Jüdische Gemeinde Gießen nachdrücklich dazu auf, gegen Rassismus und jegliche Art von Diskriminierung einzutreten. Für die Veranstalter, die von Pfarrer Bernd Apel, dem Geschäftsführer des Rats der Religionen im Kreis Gießen, unterstützt werden, ist der 27. Januar ein „Denk-Tag“. Denn Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit würden Orientierung für die Zukunft schaffen. Zumal die Zahl der Überlebenden und Zeitzeugen ständig abnehme. Gleichzeitig lasse sich in der jüngeren Generation eine gewisse Unkenntnis über die Zeit des Nationalsozialismus, aber auch über jüngere Ausschreitungen wie in Rostock-Lichtenhagen im August 1992 beobachten. Die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts. Am 19. Januar 1996 sagte der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog im Deutschen Bundestag: „Ich wünsche mir, dass der 27. Januar zu einem Gedenktag des deutschen Volkes, zu einem wirklichen Tag des Gedenkens, ja des Nachdenkens wird.“ Zugleich forderte er: „Das Erinnern darf nicht aufhören; denn ohne Erinnerung gibt es weder Überwindung des Bösen noch Lehren für die Zukunft.“ In diesem Sinne sehen Aviv, Mann und Buseck in dem Gedenktag „ein wichtiges Zeichen, dass alle in Gießen zusammenstehen“.

Den ausführlichen Artikel über die Gedenkveranstaltung in Gießen finden Sie auf den Seiten des Giessener Anzeiger.

  

(Bildquelle: Giessener-Anzeiger.de)

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