Späte Anerkennung einer Synagoge: Daniel Neumann spricht zur Eröffnung von Reichelsheimer Synagogenausstellung

Wo Synagogen, meist allein aus Rücksicht auf Nachbarhäuser, bei den Progromen 1938 nicht zerstört worden sind, dienen sie heute oft als Stätten des Andenkens an ihre ehemaligen jüdischen Gemeinden. So künden sie heute ebenso vom jüdischen Glauben und seiner Kultur wie jene Gotteshäuser dieses Glaubens, die – etwa in Michelstadt – ihre ursprüngliche Funktion wieder erfüllen. Anders ist das in Reichelsheim, wo die dort ebenfalls erhaltene Synagoge durch diverse nachfolgende weltliche Nutzungen gleichsam in der Ortsbild-Routine aufgegangen ist und so praktisch kaum erkannt wird.

Abbildung Späte Anerkennung einer Synagoge: Daniel Neumann spricht zur Eröffnung von Reichelsheimer Synagogenausstellung

Dies zu ändern, haben sich nun die politische Gemeinde Reichelsheim, die örtlichen Kirchengemeinden und die Offensive Junger Christen (OJC) mit einem gemeinsamen Projekt zur Aufgabe gemacht. In diesem Sinne haben sie die 200. Jährung der Einsegnung der Reichelsheimer Synagoge genutzt, um mit einer Ausstellung des berühmten Synagogenmalers Alexander Dettmar im Regionalmuseum und andernorts in der Gemeinde Aufmerksamkeit zu schaffen. Dauerhaft erreichen wollen dies die Beteiligten, indem sie die ehemalige Synagoge wenigstens mit einer Gedenktafel kenntlich machen.

Der als kritischer Kenner der Ortsgeschichte bekannte ehemalige Bürgermeister Gerd Lode äußerte sich im ECHO-Gespräch froh, dass dieses Zeichen nun doch noch gesetzt werden kann. Wie er sich erinnert, waren frühere Versuche am Widerspruch des damaligen Eigentümers gescheitert – für Lode ein hoffentlich letztes Zeichen jenes Geists, der sich in Nazi-Deutschland auch in Reichelsheim austobte: „Hier ist es zu schlimmen Szenen der Herabsetzung und Misshandlung der jüdischen Bürger gekommen“, berichtet Lode aus seinen Regionalforschungs-Erkenntnissen. Die gesamte Ausstattung der Synagoge wurde zerstört, das Haus blieb nur stehen, weil Nachbarn aus Furcht um ihre Anwesen interveniert hatten.

Den ausführlichen Artikel finden Sie auf den Seiten von Echo Online.

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