Immer ein offenes Haus in Marburg: Die Gemeinde besteht seit 700 Jahren. Sie hat den dienstältesten Vorsitzenden.

Welch ein Kontrast! Hier der Alte Jüdische Friedhof mit rund 380 Grabsteinen von 1712 bis heute, ein stiller Ort, umwachsen von Bäumen. Dort die quirligen Kinder, die sich nach der Sonntagsschule um den Tisch zum Mittagessen versammeln. Vergangenheit und Zukunft: So dicht liegen die Zeitläufte im oberhessischen Marburg beieinander.

Abbildung Immer ein offenes Haus in Marburg: Die Gemeinde besteht seit 700 Jahren. Sie hat den dienstältesten Vorsitzenden.

Genau 700 Jahre ist es her, dass die erste Synagoge in Marburg urkundlich erwähnt wurde. So reicht hier jüdisches Leben bis ins Mittelalter zurück. Die erste Marburger Synagoge wurde um 1280 in der Judengasse – heute Schlosssteig/Willy-Sage-Platz – erbaut. Bei Baumaßnahmen stieß man vor einigen Jahren zufällig auf ihre Fundamente, heute sind sie an der selben Stelle unter einem Glaskubus zu besichtigen.

Orientierung Gleichsam amtlich bestätigt wird die Existenz dieser Synagoge erstmals in einer Urkunde vom 15. Mai 1317. Die Urkunde galt jedoch nicht dem Gotteshaus, das trat nur zufällig ins Rampenlicht der Geschichte: In einem Kaufvertrag dient es als topografischer Orientierungspunkt für das veräußerte Grundstück gegenüber der Synagoge. Um dem Rechtsgeschäft besondere Glaubwürdigkeit zu verleihen, wird es bezeugt und von der Stadt besiegelt.

Den ausführlichen Artikel zur Jüdischen Gemeinde Marburg finden Sie auf den Seiten der Jüdischen Allgemeine.

   

(Bildquelle: Juedische-Allgemeine.de)

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