Am Güterbahnhof in Darmstadt wird an die Deportationen von Juden und Sinti vor 75 Jahren erinnert

„Es war ein schlechtes Omen, dass wir unsere Gedenkveranstaltung wegen der Bundestagswahl um eine Woche verschoben haben.“ Daniel Neumann war nicht der einzige Redner, der am Sonntagvormittag am Güterbahnhof auf die AfD zu sprechen kam.

Abbildung Am Güterbahnhof in Darmstadt wird an die Deportationen von Juden und Sinti vor 75 Jahren erinnert

Vor rund 30 Bürgern, die der vor 75 Jahren von hier aus in die Konzentrationslager im Osten deportierten 3500 Juden und Sinti gedachten, bezeichnete es der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde als große Herausforderung, dass die AfD nun im Bundestag sitze. Sie sei als Partei, so Neumann, weder rechtsradikal noch rechtsextremistisch, dulde aber solches Gedankengut in ihren Reihen. „Entscheidend ist, was bei den Menschen ankommt. Das macht die AfD brandgefährlich.“

Wenn die AfD schon bei wirtschaftlich guten Zeiten erfolgreich sei, so fragte Neumann, was passiere, wenn die Arbeitslosigkeit rasant zunehmen würde? „Ich kann nur hoffen.“ Die fragile Demokratie brauche beherzte Verteidiger, so seine Schlussfolgerung: „Jeder ist gefragt.“ Er zitierte aus einer repräsentativen Umfrage der Hamburger Körber-Stiftung, wonach 40 Prozent aller Schüler über 14 Jahren den Begriff Auschwitz noch nie gehört haben. Dies, so Neumann, zeige nicht nur ein Versagen der Schule und Desinteresse der Schüler, sondern müsse auch den Familien angelastet werden.

Den ausführlichen Artikel über die Gedenkveranstaltung in Darmstadt finden Sie auf den Seiten von Echo Online.

  

(Bildquelle: Echo-Online.de)

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