Wachsender Antisemitismus – wie Juden auch in Rhein-Main darauf reagieren

Brennende Israel-Fahnen, Menschen rufen „Ich hasse Juden“ oder halten Plakate mit dem Schriftzug „Tod Israel“ hoch: Auf pro-palästinensischen Demonstrationen werden wieder antisemitische Töne laut. Die Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels durch die USA löst Ausbrüche von öffentlichem Hass aus. Wie erleben Juden in Deutschland solche Feindseligkeiten? Welche Besonderheiten spüren sie in ihrem Alltag ohnehin? Stimmen von einer Erkundungsreise.

Abbildung Wachsender Antisemitismus – wie Juden auch in Rhein-Main darauf reagieren

Der Seismograph

Sigmount Königsberg hätte es am liebsten, wenn es seinen Job gar nicht gäbe. Seine Position in der jüdischen Gemeinde in Berlin heißt „Antisemitismusbeauftragter“. Königsberg ist so etwas wie der Seismograph, der Erschütterungsmesser, für die rund 10 000 Berliner Gemeindemitglieder. Lange Zeit war die Stelle unbesetzt. Seit September ist der 57-Jährige im Amt. Und befasst sich offiziell mit Beleidigungen und Angriffen, mit den geballten Vorurteilen, denen Juden ausgesetzt sind. Und er sucht Partner für den Kampf dagegen.

Ja, antwortet Königsberg, Sohn von Holocaust-Überlebenden, das sei auch eine Belastung. Doch die Arbeit sei notwendig. Dann berichtet er von einem jungen Mann in der U-Bahnlinie 8, der unlängst von einer Gruppe beleidigt wurde, nur weil er eine Kippa trug. Als er daraufhin den Notruf betätigte, hätten Zugführer und die meisten Fahrgäste unwirsch reagiert. Dabei brauche es nicht viel, um Pöbeleien zu stoppen, man müsse nicht den Helden spielen. „Die Grenzen werden überschritten, wenn man ,Tod den Juden’ rufe, sagt Königsberg. Hasskundgebungen seien durch die Meinungsfreiheit nicht gedeckt, die müssten unterbunden werden.

Den ausführlichen Bericht über die Reaktion in Rhein-Main auf den wachsenden Antisemitismus finden Sie auf den Seiten des Wiesbadener Tageblatts.

  

(Bildquelle: wiesbadener-tageblatt.de)

Zur Übersicht