Daniel Neumann spricht in ARD-Doku über Telefonat mit Kollegah

Nackte Hintern, Waffen, Punchlines: Anlässlich der aktuellen Echo-Debatte hat sich die ARD in einer Dokumentation mit der „dunklen Seite des deutschen Rap“ befasst. Im Fokus stand dabei die Frage: Ist deutscher Rap antisemitisch?

Abbildung Daniel Neumann spricht in ARD-Doku über Telefonat mit Kollegah

Die Meinungen dazu gehen auseinander. Mit Blick auf den Videoclip zu dem Song "Apokalypse" von Rapper Kollegah erkennt Wissenschaftler Jakob Baier jedoch eine „eindeutig antisemitische Darstellung“.

„Diener des Teufels“ trägt Davidstern-Ring

So gehe es in dem Musikvideo um den Kampf zwischen Gut und Böse, wobei das Böse mit dem Judentum gleichgesetzt werde, so Baier, der zum Thema "Judenbild im Deutschrap" promoviert. Besonders deutlich wird das in einer kurzen Szene, in der laut Baier der Stellvertreter des Bösen auf Erden gezeigt wird. Der „Diener des Teufels“ trägt dabei einen Ring mit einem Davidstern darauf, wie im Video zu sehen ist.

„Historiker ist er offensichtlich nicht!“

Nur eine von vielen antisemitischen Anspielungen, die dem Wissenschaftler aufgefallen sind. Tatsächlich äußerte sich Rapper Felix Blume alias Kollegah knapp bei Instagram zu dem Davidstern-Ring. „Das Pentagramm und Hexagramm sind magische Symbole, die weit über die Anfänge des Judentums zurückdatieren“, so der Rapper. Und weiter über den ARD-Experten: „Historiker ist er offensichtlich nicht!“

Kollegah-Konzert abgesagt

Eine Diskussion über Antisemitismus führte in der jüngsten Vergangenheit auch der Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen (LVJGH), Daniel Neumann, mit dem Musiker. In einem offenen Brief hatte unter anderem der LVJGH gegen ein Konzert von Kollegah auf dem Hessentag protestiert. Die Konsequenz: Der Rapper durfte nicht auftreten.

„Kollegah rief mich an und hat versucht darzustellen, dass die Vorwürfe nicht stichhaltig seien“, erzählt Neumann in der ARD. „Der Antisemitismus-Vorwurf lastete schwer auf ihm, und den wollte er loswerden“, so der LVJGH-Chef weiter.

Er habe damals versucht dem Rapper klarzumachen, dass es völlig irrelevant sei, ob er Antisemit sei oder nicht, sondern dass es darauf ankomme, was er tue. Wenn die Texte, die der Rapper verbreite, antisemitische Inhalte hätten, sei es ihm „völlig egal, was Kollegah in seinem Kopf mit sich herumträgt“. Neumann ist der Meinung: „Es muss Grenzen geben.“ Diese seien dort, wo Texte das Potential hätten, andere gegen Minderheiten aufzustacheln.

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(Bildquelle: focus.de)

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