Moritz Neumann erhält Wilhelm Leuschner-Medaille

Der frühere hessische Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Gerhardt, der frühere Landtagspräsident, Klaus Peter Möller, und der Vorsitzende des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Hessen, Moritz Neumann, erhalten in diesem Jahr die Wilhelm Leuschner-Medaille. Ministerpräsident Volker Bouffier verleiht die nach dem 1944 ermordeten hessischen Innenminister und Widerstandskämpfer Wilhelm Leuschner benannte Medaille am 1. Dezember, dem hessischen Verfassungstag.

Abbildung Moritz Neumann erhält Wilhelm Leuschner-Medaille

„Im Sinne von Wilhelm Leuschner ehren wir Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um unsere demokratische Gesellschaft verdient gemacht haben. Ich freue mich, in diesem Jahr drei hessische Persönlichkeiten auszeichnen zu dürfen, die sich über lange Jahre mit Kraft und Ausdauer für unsere Gesellschaft eingesetzt haben. Sie stehen mit ihrer Vita für das, was wir mit der Leuschner-Medaille ehren: persönlichen Mut, politische Courage, Kampf für Demokratie und Freiheit“, erklärte Volker Bouffier.

Die Wilhelm Leuschner-Medaille ist die höchste Auszeichnung des Landes Hessen und wird vom Hessischen Ministerpräsidenten an Persönlichkeiten verliehen, die sich beispielhaft für die Demokratie eingesetzt haben und unserem Staat, unsere Gesellschaft und unsere Kultur in vorbildlicher Weise geprägt haben.

Moritz Neumann ist Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen. Nach seiner Ausbildung zum Redakteur arbeitete er für verschiedene Verlagshäuser in Hessen als Redakteur und Korrespondent sowie als freier Mitarbeiter beim Hörfunk und Fernsehen. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist er in der Jüdischen Gemeinde Darmstadt engagiert, deren Vorsitz er nun seit zwanzig Jahren inne hat. Parallel dazu ist er ehrenamtlich in verschiedenen Kuratorien und als Mitglied in der Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen engagiert. Vor mehr als drei Jahrzehnten übernahm der Vater dreier Kinder das Amt des Geschäftsführers im Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen und wurde 1994 zum Vorsitzenden gewählt. Darüber hinaus ist er Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland. Der in Fulda geborene Moritz Neumann war Gründungsmitglied der Landesanstalt für privaten Rundfunk in Kassel und ist seit fast zwei Jahrzehnten Mitglied im Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks. Hier gehört er dem Programmausschuss Hörfunk an und ist stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses. Zudem ist Moritz Neumann Bundesvorsitzender des deutschen Zweigs der weltweiten Berufsbildungsorganisation ORT und war lange Jahre ehrenamtliches Mitglied im Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Der Co-Autor verschiedener Bücher zur Geschichte der Juden in Darmstadt und Autor des biografischen Romans „Im Zweifel nach Deutschland“ hat sich stets mit großem Engagement für die Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden eingesetzt. Somit hat er das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Hessen bereichert und zu einer Verständigung der Religionen in hohem Maße beigetragen. Seine langjährigen Verdienste wurden im Dezember 2006 durch den damaligen Bundespräsident Horst Köhler mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt.

Dr. Wolfgang Gerhardt war von 1987 bis 1991 hessischer Wissenschaftsminister. Seit mehr als vier Jahrzehnten ist er Mitglied der FDP. Nach seiner Promotion im Jahre 1970 wurde er zunächst persönlicher Referent und schließlich Leiter des Ministerbüros des Hessischen Ministers des Innern, Ekkehard Gries. Mit kurzen Unterbrechungen war der Vater zweier Kinder über lange Jahre Mitglied des Hessischen Landtags und Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion. Parallel dazu übte er das Amt des Landesvorsitzenden seiner Partei aus, war Mitglied im Bundesvorstand und wurde später zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Am 24. April 1987 wurde Wolfgang Gerhardt von Ministerpräsident Walter Wallmann ins Hessische Kabinett berufen und zum Minister für Wissenschaft und Kunst und Bevollmächtigen des Landes Hessen beim Bund ernannt. Zugleich wurde er stellvertretender Hessischer Ministerpräsident. Seine Amtszeit endete mit Ablauf der 12. Wahlperiode. Der in Ulrichstein-Helpershain (Vogelsbergkreis) geborene Politiker ist seit fast zwei Jahrzehnten Mitglied des Deutschen Bundestages und war lange Jahre Bundesvorsitzender seiner Partei und zudem Vorsitzender der Bundestagsfraktion. Seit fünf Jahren führt er als Vorstandsvorsitzender die liberale Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und Vizepräsident von Liberal International.

Klaus Peter Möller war von 1988 bis 1991 sowie von 1995 bis 2003 Präsident des Hessischen Landtags. Der Rechtsanwalt und Notar setzte sich über zwanzig Jahre lang zunächst als Stadtverordneter der CDU, später als Stellvertreter und Stadt-verordnetenvorsteher für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger in Gießen ein. Sein langjähriges kommunalpolitisches Engagement würdigte die Stadt mit der Bezeichnung Stadtältester und der goldenen Ehrennadel. Im Mai 1977 rückte der in Darmstadt geborene Familienvater als Mitglied in den Hessischen Landtag nach und war bis zum Jahr 2003 Landtagsabgeordneter. Vor fast drei Jahrzehnten wurde er innenpolitscher Sprecher der Landtagsfraktion seiner Partei, war kurzzeitig stellvertretender Vorsitzender der Fraktion und übernahm für fünf Jahre den Vorsitz im Innenausschuss des Landtags. Klaus Peter Möller war von 1988 bis 1991 und von 1995 bis 2003 Präsident des Hessischen Landtags und gehörte zwischenzeitlich als Landtagsvizepräsident ebenfalls dem Landtagspräsidium an. Für seine langjährigen Verdienste wurden ihm vom damaligen Ministerpräsidenten Dr. Walter Wallmann der Hessische Verdienstorden und vom Bundespräsidenten Johannes Rau das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

(Quelle: Pressestelle der hessischen Staatskanzlei)

Einen weiteren Bericht über die Verleihung der Wilhelm Leuschner-Medaille finden Sie auf den Seiten von Bild.de)

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