Gießen-Wieseck, 35396, Gießen-Wieseck

Jüdischer Friedhof Gießen-Wieseck – Grabstein Isaak Gutsmuth


Aufnahme vom Oktober 2003 (Stadtverwaltung Gießen)

  

Übersetzt von Linde Weiland und Prof. Dr. Klaus Werner

Hebräische Inschrift:

„Hier ist begraben[1]

in Ehren ein Mann rechtschaffen und gerade,[2]

Er wandelte in Lauterkeit[3] und übte Gerechtigkeit,[4]

Er war gottesfürchtig alle seine Tage,[5]

Jitzchaq Sohn des Menachem.

Er starb betagt und in angesehenem Greisenalter[6]

am Mittwoch den 5. Shvat

und wurde begraben am Vorabend des Shabbat[7]

im Jahre 665 der Kleinen Zählung.[8]

Möge seine Seele eingebunden sein im Bündel des (ewigen) Lebens.“[9] 

Deutsche Inschrift:

„Hier ruht in G[ott]

Isaak Gutsmuth

gest[orben] 10. Jan[uar] 1905,

alt 78 Jahr.“ 

Jitzchaq (Isaak) Gutsmuth – der Sohn des Menachem - starb gemäß der hebräischen Inschrift am Mittwoch den 5. Shvat 5665 (= 11. Januar 1905) im angegebenen Alter von 78 Jahren und wurde am Freitag den 7. Shvat 5665 (= 13. Januar 1905) bestattet. Er wäre somit im Jahre 1826/1827 geboren worden.

Da die deutsche Inschrift des Grabsteins jedoch den 10. Januar als Sterbedatum angibt war der Tod mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach Sonnenuntergang (bis Mitternacht) dieses Tages eingetreten. Die Tage beginnen und enden nach der hebräisch- religiösen Zeitrechnung mit dem Sonnenuntergang, so dass der 5. Shvat als Todestag gilt.



[1]    Wörtliche Übersetzung der gängigen Abbreviaturen . Oft wird jedoch „hier ruht“ verwandt.

[2]    Hiob 1.1; 1.8; 2.3.

[3]    Psalm 15.2.

[4]    Psalm 106.3.

[5]    Jeremia 32.39.

[6]    Genesis 15.15. Diese Formulierung wird üblicher weise ab einem Alter von 70 Jahren verwandt.

[7]    Am Freitag.

[8]    Im Jahre 5665 nach der Erschaffung der Welt. Die „Kleine Zählung“ bedeutet, die 5000 nicht zu nennen.

[9]    1. Samuel 25,29.

Informationen

  • Adresse:

    35396 Gießen-Wieseck