Herleshausen, 37293, Herleshausen

Jüdischer Friedhof Herleshausen - Grabstein Salman Segal


Aufnahme vom 13.06.2007 (Prof. Dr. Klaus Werner)

Übersetzt von Linde Weiland und Prof. Dr. Klaus Werner

„Hier ist begraben[1]

 ein Mann rechtschaffen

und gerade.[2] Er verbrachte

alle seine Tage mit Wohltätigkeit[3] und Gaben[4] und auch

mit der Torah[5] und dem Talmud.[6] Dies ist der ehrenwerte Salman Sohn des ehrenwerten

Aharon Segal.[7] Er starb am 3. Sivan

589 der Kleinen Zählung.[8] Möge seine Seele eingebunden sein im Bündel des Lebens.[9] Amen.“

Salman - der Sohn des Aaron Segal - starb am Donnerstag den 3. Sivan 5589 (= 4. Juni 1829).



[1]    Wörtliche Übersetzung der Abbreviatur „PN“. Oft wird jedoch „hier ruht“ verwandt.

[2]    Hiob 1.1, 1.8, 2.3.

[3]    Psalm 106.3. „Zdakah“ bedeutete ursprünglich „Gerechtigkeit“, wird heute aber im Sinne von „Rechtschaffenheit“ und besonders von „Wohltätigkeit“ verwandt. Als Beispiele können dienen, den Armen Speise und Kleidung zu spenden sowie die Unterstützung der Eltern.

[4]    „Gemiluth Chassadim“ bedeutet ebenfalls „Wohltätigkeit“, aber auch „Gaben“ und „Güte“ („chessed“). Es handelt sich dabei um Wohltaten, die man dem Nächsten erweist wie beispielsweise der Besuch eines Kranken oder der Trauernden sowie einem mittellosen Mädchen das Heiraten zu ermöglichen.

[5]    „Gesetz/Weisung“.  Es handelt sich im engeren Sinne um den Pentateuch. - die ersten fünf Bücher der Bibel. Sie bieten eine fortlaufende Erzählung von der Erschaffung der Welt über die Zeit der Patriarchen bis zur Befreiung Israels aus Ägypten und dem Tode des Moses. Diese Erzählung ist durch religions-gesetzlichen Stoff verschiedenster Art ausgefüllt, somit kann man das gesamte Corpus auch als Religionsgesetz mit historischer Begründung bezeichnen. Die „Torah“ als „Gesetz G“ttes“ ist das Kernstück jüdischen Glaubens und die Grundlage für das ethische Verhalten der Juden.

[6]    „Lehre“. Der Talmud ist nach der hebräischen Bibel – dem so genannten „Alten Testament“ - das bedeutendste Werk der jüdischen Traditionsliteratur. Es handelt sich um die Niederschrift der „mündlichen Torah“ bzw. die rabbinischen Auslegungen der Torah.

      Siehe dazu auch das Morgengebet im „Sidur“.

[7]    Abkürzung für „Segan Ha Levia“ = „Führer der Leviten“. Religiöser Beiname, der zum zivilen Nachnamen wurde.

[8]    Im Jahre 5589 nach der Erschaffung der Welt. Die Kleine Zählung bedeutet, die 5000 nicht zu nennen.

[9]    Abgeleitet von 1. Samuel 25,29.

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