Egelsbach, 63329, Egelsbach

Jüdischer Friedhof Egelsbach - Grabstein Ferdinand Hofmann


Aufnahme vom 28.06.2010 (Prof. Dr. Klaus Werner)

  

Übersetzt von Prof. Dr. Klaus Werner

 

Symbol (Schofar = Widderhorn)[1]

 Hebräische Inschrift:

 „Hier ist begraben[2]

der angesehene Mann, welcher sein ganzes Leben lang

der Schofarbläser[3] in seiner Gemeinde war. Herr[4] Naftali

Sohn des Aharon Hofmann. Er starb am 27.

Kislev im Jahr 677 der Kleinen Zählung.[5] 

Möge seine Seele eingebunden sein im Bündel des (ewigen) Lebens.[6]

Deutsche Inschrift:

„Hier ruht in Frieden

Ferdinand Hofmann

geb[oren] 21. Oktober 1840

gest[orben] 21. Dez[ember] 1916“.

Naftali (Ferdinand) Hofmann - der Sohn des Aaron - wurde gemäß der deutschen Inschrift des Grabsteins am 21. Oktober 1840 (= 24. Tischri 5601) geboren und starb gemäß der hebräischen Inschrift am 27. Kislev 5677 (= 22. Dezember 1916).

Da die deutsche Inschrift des Grabsteins als Sterbedatum jedoch den 21. Dezember 1916 angibt, trat der Tod mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach Sonnenuntergang (bis Mitternacht) diesen Tages ein. Nach der jüdisch-religiösen Zeitrechnung beginnen und enden die Tage bei Sonnenuntergang, so dass der 27. Kislev 5677 als Sterbedatum gilt.



[1]    Das „Schofar“ = „Widderhorn“ wird am Neujahrsfest („Rosh Ha Shanah“) sowie am Versöhnungstag („Jom Kipur“) geblasen und soll u.a. an die nicht erfolgte Opferung Isaaks durch seinen Vater Abraham erinnern.

[2]    Wörtliche Übersetzung der Abbreviatur „PN“. Oft wird jedoch „hier ruht“ verwandt.

[3]    Wörtlich: „Der Herr des Schofartones“.

[4]    „Rabbi“ ist die ursprüngliche Bezeichnung für den „Lehrer“ oder „Meister“ in der Zeit der „Mischnah“ und des „Talmud“. Im Laufe der Zeit hat sich die Bedeutung dieses Ehrentitels jedoch mit zunehmendem Gebrauch abgeschwächt, so dass sie schließlich nur noch als „Herr“ zu verstehen ist, so wie das „Herr“ im deutschen Sprachgebrauch der Frühen Neuzeit, das ja auch zur Kennzeichnung von Gelehrten oder sonst in ihrer Stellung hervorgehobenen angesehenen Personen verwandt wird.

[5]    Im Jahre 5677 nach der Erschaffung der Welt. Die „Kleine Zählung“ bedeutet, die 5000 nicht zu nennen.

[6]    Abgeleitet von 1. Samuel 25,29.

Informationen

  • Adresse:

    Friedensstraße, 63329 Egelsbach